Ich habe mich zertifizieren lassen: seit März 2026 bin ich Gallup zertifizierte Stärken Coach. Und ich freue mich wirklich sehr, da es meine Arbeit und damit die Erfolge meiner Coachees weiter stärkt.
Was Stärkenarbeit so wirksam macht
Viele Menschen kommen zu mir, weil sie spüren, dass beruflich etwas nicht mehr stimmig ist. Sie haben viel ausprobiert, viel reflektiert – und trotzdem fehlt ein klarer Blick darauf, was sie eigentlich gut können und was ihnen wirklich entspricht.
Für mich ist Stärkenarbeit genau das: ein Weg, wieder Zugang zu sich selbst zu bekommen.
Nicht über Defizite, nicht über „was sollte ich besser machen“, sondern über das, was schon da ist.
Ich mag diesen Moment, in dem jemand plötzlich versteht:
„Das ist nicht einfach eine Eigenheit. Das ist ein Talent.“
Das verändert etwas.
Warum ich mich als Gallup Stärken Coach zertifiziert hab
Schon seit einigen Jahren arbeiten ich mit dem Gallup CliftonStrengthFinder. Zunächst habe ich selbst das Assessment durchlaufen und war anschließend absolut überzeugt von der Nutzung genau dieser Persönlichkeitsanalyse.
Natürlich dürfen wir auf blinde Flecken schauen, auf vermeintliche ‚Schwäche‘ – diese zu kennen gehört ebenso zu einer gelungenen Selbstreflektion. Wirklich erfolgreich, aber auch deutlich zufriedener macht uns aber die Arbeit mit unseren Talenten bzw. Stärken. Und genau das macht für mich den Unterschied: ich möchte mit positiven Instrumenten arbeiten, die Zuversicht geben und sprichwörtlich stärken. Und so lag die Zertifizierung als Gallup Stärken Coach für mich nahe und war nur eine Frage der Zeit.
Wie der CliftonStrengths Ansatz funktioniert
Bevor wir ins Coaching einsteigen, steht zunächst das CliftonStrengths‑Assessment an. Es besteht aus rund 200 Unterscheidungsfragen, die jeweils nur wenige Sekunden Zeit lassen. Diese zeitliche Begrenzung ist bewusst gewählt: Sie hilft dabei, möglichst unbewusste Muster sichtbar zu machen – ohne langes Nachdenken, ohne „so müsste ich eigentlich antworten“.
Gallup arbeitet international, deshalb ist das Assessment in vielen Sprachen verfügbar und für Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen gut zugänglich.
Aus den Antworten entsteht eine persönliche Rangfolge der 34 Talentthemen, die jeder Mensch in sich trägt. Die ersten zehn gelten als besonders ausgeprägt – hier liegt das größte Potenzial für echte Stärken. Die Themen ab Platz 11 sind eher unterstützend: Man kann sie nutzen, aber sie kosten mehr Energie und führen selten zu exzellenten Ergebnissen. Und die letzten Talentthemen? Die kann man als Schwächen interpretieren, muss man aber nicht. Sie zeigen vor allem, wo wir nicht automatisch wirksam sind.
Im Coaching arbeiten wir dann Schritt für Schritt heraus:
- Welche Talente bringst du mit? (Talente benennen)
- Wie machen dich diese Talente einzigartig – und zu einem wertvollen Teil jedes Teams? (Talente wertschätzen)
- Und wie kannst du deine Talente konkret einsetzen, um deine Ziele zu erreichen? (Talente einsetzen)
Denn Talente werden erst dann zu echten Stärken, wenn wir lernen, sie bewusst und produktiv zu nutzen.
Stärkenarbeit in der beruflichen Neuorientierun
Stärkenarbeit wirkt in der beruflichen Neuorientierung auf zwei Ebenen. Zum einen gibt sie eine klare Leitplanke: Was kann ich gut? Was liegt mir nahe? Was entspricht meiner Art zu denken und zu arbeiten? Gallup betont zwar, dass das Assessment kein Auswahltool ist – grundsätzlich kann jeder Mensch in vielen Bereichen erfolgreich sein, wenn er seine Talente bewusst einsetzt. Gleichzeitig sehe ich in der Praxis, dass bestimmte Berufsfelder oder Aufgaben natürlicher passen als andere, je nachdem, wo die eigenen Talentthemen liegen. Diese Klarheit ist oft der erste große Schritt.
Zum anderen unterstützt Stärkenarbeit eine starke Selbstpositionierung. Wenn ich weiß, wie ich wirke und was mich ausmacht, kann ich das auch nach außen klarer zeigen. Genau deshalb nutze ich die Ergebnisse gerne, um Unterlagen, Social‑Media‑Profile oder berufliche Beschreibungen zu schärfen – meist nicht explizit, sondern eher implizit. Es geht nicht darum, Talentthemen „aufzulisten“, sondern darum, ein Profil zu entwickeln, das stimmig ist und für das Gegenüber nachvollziehbar wird.
Stärkenarbeit und Neurodivergenz: Ein neuer Blick auf Potenziale
Gerade bei ADHS ist es wichtig, den Blick bewusst auf die eigenen Stärken zu richten. Zum einen, weil es das Selbstbewusstsein und den Selbstwert stärkt. Viele Menschen mit ADHS haben kaum ein Gefühl dafür, was sie wirklich gut können – nicht, weil sie keine Stärken hätten, sondern weil ihre Denkweise oft nicht in klassische Erwartungen passt. Dazu kommen viele Erfahrungen von Kritik, Missverständnissen oder vermeintlichen Misserfolgen, die den Zugang zu den eigenen Talenten zusätzlich erschweren.
Zum anderen funktioniert ein ADHS‑Gehirn genau in den Bereichen besonders gut, in denen echte Talente liegen. Dort entsteht Fokus, Energie, Kreativität, Problemlösungskraft – oft in einer Intensität, die im Alltag sonst schwer abrufbar ist. Wenn wir diese Bereiche bewusst nutzen, können Herausforderungen umgangen oder kompensiert werden, und es entsteht echte Selbstwirksamkeit.
Für viele meiner Coachees ist das ein entscheidender Moment: zu erleben, dass sie nicht trotz ihres ADHS wirksam sind, sondern gerade damit.
Was Coachees konkret davon haben
Stärkenarbeit kann unglaublich viel bewegen. Sie richtet den Blick weg von dem, was vermeintlich nicht funktioniert, hin zu dem, was jemand wirklich gut kann. Gleichzeitig sprechen wir offen über blinde Flecken, um ein vollständigeres, ehrlicheres Bild von sich selbst zu bekommen.
Viele Coachees sagen, dass sie durch die Stärkenarbeit ein klareres, echteres Verständnis ihrer eigenen Persönlichkeit entwickeln. Und genau daraus entstehen neue Überlegungen: Wohin darf es von hier aus gehen? Was passt zu mir? Wie kann ich erfolgreich sein – und damit auch zufriedener?
Stärkenarbeit schafft dafür eine Grundlage, die trägt: sie macht sichtbar, was da ist, und öffnet den Raum für Entscheidungen, die sich stimmig anfühlen.
Fazit: Stärken sichtbar machen – berufliche Entscheidungen erleichter
Für mich ist Stärkenarbeit weit mehr als ein Tool. Sie ist eine Haltung: Menschen nicht über das zu definieren, was ihnen schwerfällt, sondern über das, was sie ausmacht. Der Gallup‑Ansatz bietet dafür eine klare, wertschätzende Struktur – und gleichzeitig genug Raum, um die eigene Persönlichkeit wirklich zu verstehen.
Viele Coachees erleben durch die Stärkenarbeit zum ersten Mal, dass ihre Art zu denken und zu arbeiten Sinn ergibt. Dass sie Talente haben, die sie bisher kaum benennen konnten. Und dass berufliche Entscheidungen leichter werden, wenn man weiß, worauf man sich verlassen kann.
Die Zertifizierung als Gallup Stärken Coach hat meine Arbeit noch einmal vertieft. Sie ermöglicht es mir, Menschen dabei zu begleiten, ihre Stärken sichtbar zu machen, Orientierung zu finden und berufliche Wege zu wählen, die wirklich zu ihnen passen.
Am Ende geht es genau darum: ein klareres Verständnis von sich selbst zu entwickeln – und daraus Schritte abzuleiten, die sich stimmig anfühlen.

